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Verhütung im Wandel der Zeit – Welche Methoden zu welcher Lebensphase passen

Verhütung ist keine Entscheidung, die man nur einmal trifft: Was mit 18 gut funktioniert, kann mit 35 unpraktisch sein. Außer den persönlichen Lebensumständen verändern sich auch der Zyklus, die Fruchtbarkeit und eine Reihe von gesundheitlichen Faktoren.

Die Weltgesundheitsorganisation betont, dass die Wahl einer Verhütungsmethode immer die individuellen Wünsche und die gesundheitliche Situation berücksichtigen sollte.

Jugend und frühes Erwachsenenalter

In der Pubertät wird Verhütung für viele Frauen erstmals relevant. Welche Methode passt, hängt von den persönlichen Bedürfnissen ab. Die klassische Kombi-Pille mit Östrogen und Gestagen ist eine Möglichkeit. Daneben gibt es reine Gestagenpräparate wie die Minipille, Hormonspiralen, Kupferspiralen, Implantate und Barrieremethoden.

Gerade bei jungen Frauen spielen neben der Verhütung einer Schwangerschaft auch sexuell übertragbare Infektionen eine wichtige Rolle. Hormonelle Methoden und Spiralen schützen nicht vor HIV und anderen sexuell übertragbaren Infektionen.

Auch die Alltagstauglichkeit ist wichtig. Wer oft vergisst, täglich eine Tablette einzunehmen, kann von einer länger wirksamen Methode profitieren.

 

Die 20er und 30er

Im jungen Erwachsenenalter verändern sich Lebenssituationen sehr oft: Ausbildung, Studium, Beruf, Partnerschaft und Familienplanung stellen unterschiedliche Anforderungen an die Verhütung. Manche Frauen möchten eine Schwangerschaft für einige Jahre vermeiden, andere wünschen sich schnell ein Kind.

Die Pille kann weiterhin eine geeignete Option sein. Sie kann neben der Verhütung auch Menstruationsbeschwerden lindern und die Blutung abschwächen. Allerdings handelt es sich bei hormonellen Verhütungsmitteln um Medikamente, die Nebenwirkungen und Risiken haben. Bei der Kombinationspille erhöht sich beispielsweise das Risiko für Thrombosen (Blutgerinnsel).

Deshalb lohnt sich eine regelmäßige Neubewertung. Rauchen, Migräne, Bluthochdruck, Übergewicht oder Erkrankungen beeinflussen die Auswahl.

Eine Hormonspirale kann beispielsweise als zuverlässige Verhütung für einige Jahre interessant sein. Sie kann außerdem starke Monatsblutungen reduzieren. Eine Kupferspirale kommt ohne Hormone aus und kann die Blutung verstärken.

 

Nach Schwangerschaft und Geburt

Nach einer Schwangerschaft steht die Verhütung wieder auf der Tagesordnung. Wichtig ist: Auch eine stillende Frau kann schwanger werden.

Nach der Geburt sind besondere medizinische Aspekte zu berücksichtigen: Bei kombinierten hormonellen Methoden spielt das erhöhte Risiko für Thrombosen in der Zeit unmittelbar nach der Geburt eine Rolle. Während der ersten Monate der Stillzeit sind östrogenhaltige Präparate ebenfalls nicht die erste Wahl.

In diesem Zeitraum kann eine Beratung besonders hilfreich sein. Neben der Hormonspirale oder Minipille kommen beispielsweise auch Kondome oder eine Kupferspirale infrage. Entscheidend ist, ob eine weitere Schwangerschaft bald erwünscht ist und wie zuverlässig die Verhütung im Alltag funktionieren soll.

 

Verhütung ab 40

Ab Mitte 30 nimmt die Fruchtbarkeit allmählich ab. Sie endet aber nicht plötzlich, wenn eine Frau ihren 40. Geburtstag feiert. Wer eine Schwangerschaft vermeiden möchte, braucht weiterhin eine zuverlässige Verhütung.

Mit zunehmendem Alter steigt die Wahrscheinlichkeit bestimmter gesundheitlicher Probleme: Blutdruck, Gesundheit der Gefäße, Rauchen und andere Risikofaktoren gewinnen bei der Auswahl hormoneller Methoden an Bedeutung. Deshalb kann eine Methode, die jahrelang gut funktioniert hat, irgendwann ungeeignet werden.

 

Warum es die Pille nur auf Rezept gibt

Gerade wenn eine Frau jahrelang dieselbe Pille verwendet hat, kann der Eindruck entstehen, eine erneute ärztliche Beratung sei überflüssig. Eine Abgabe der Pille ohne Rezept wäre aber keine gute Idee, weil sich gesundheitliche Voraussetzungen im Laufe der Zeit verändern.

Bei der Verschreibung einer hormonellen Verhütungsmethode berücksichtigt der Arzt unter anderem das Alter, Erkrankungen, Medikamente, den Lebensstil und individuelle Risiken. Das ist medizinisch sinnvoll, denn die Pille kann Nebenwirkungen von Kopfschmerzen und Übelkeit bis zu Veränderungen der Regelblutung haben.

Eine ärztliche Kontrolle bietet die Möglichkeit, immer wieder neu zu bewerten, welche Methode sich am besten eignet.

 

Perimenopause: Die Blutung wird unregelmäßig

In den Jahren vor der Menopause verändert sich der Hormonhaushalt. Die Blutungen können unregelmäßiger, stärker oder schwächer ausfallen und zeitweise ausbleiben. Oft treten Hitzewallungen, Schlafprobleme oder Stimmungsschwankungen auf.

Auch in dieser Phase ist eine Schwangerschaft nicht ausgeschlossen und Verhütung bleibt notwendig.

Hormonelle Verhütung kann Blutungen und manche Beschwerden der Perimenopause verändern oder unterdrücken. Dadurch lässt sich manchmal schwer erkennen, ob die Menopause schon eingetreten ist. Die Verhütung verschiebt den Zeitpunkt der Menopause jedoch nicht.

 

Nach der Menopause

Mit der Menopause endet die natürliche Fruchtbarkeit. Allerdings lässt sich der Eintritt der Menopause bei Frauen, die hormonell verhüten, nicht immer anhand der Blutung feststellen. Deshalb sollte eine verhütende Frau den Zeitpunkt des Absetzens mit dem Frauenarzt besprechen.

Dabei geht es neben der Frage, ob noch eine Schwangerschaft möglich ist, um die gesundheitlichen Vor- und Nachteile der jeweiligen Methode.

 

Verhütung ist eine wichtige, aber keine dauerhafte Entscheidung

Von der ersten sexuellen Beziehung bis zur Zeit nach der Menopause kann sich die passende Verhütung mehrfach verändern. Es gibt deshalb keine universell beste Methode und auch keine Altersgrenze, ab der eine bestimmte Form der Verhütung automatisch für alle Frauen ungeeignet wäre. Eine regelmäßige Neubewertung ist sinnvoll: Hat sich der Gesundheitszustand verändert? Gibt es neue Medikamente? Ist eine Schwangerschaft inzwischen gewünscht oder soll sie weiterhin verhindert werden? Wer diese Fragen regelmäßig mit dem Frauenarzt bespricht, kann die Verhütung optimal an die jeweilige Lebensphase anpassen, damit sie nicht nur wirksam, sondern auch gut verträglich bleibt.

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